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| Die Edelknechte |
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| Die Edelknechte von Mörigen |
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Eine erste schriftliche Erwähnung des Ortsnamens von Mörigen stammt aus dem Jahr 1196. Es handelt sich dabei um ein Schriftstück, das einen neuenburgischen Ministerialrat namens Burkhart von Mörigen nennt. Es ist allerdings anzunehmen, dass der Weiler Mörigens damals bereits seit geraumer Zeit existiert hat. Erst vom Ende des 13. und vor allem aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts sind dann wieder Schriftstücke erhalten, die Zeugnis von der Familie der Edelknechte von Mörigen ablegen. „Der Zehnten von Mörigen gehörte zur Herrschaft Nidau und war den Edlen von Mörigen verliehen worden.“
Um 1284 zinste ein Burkhart von Mörigen dem Kloster St. Urban von Gütern zu Mörigen, zu Sutz und einer kleinen Mühle in der Lokalität „Gumon“ (Gummenloch in Epsach) zusammen 4 Dublonen und 9 Kreuzer. Im 14. Jahrhundert gab es ein Ober- und ein Niedermörigen. Die Herrenhöfe der Edelknechte von Mörigen waren in Obermörigen der Hof Zimmermann (heute Familie Tschannen), wo zwei der Brüder wohnten, und in Niedermörigen die heutige Liegenschaft Siegenthaler mit dem dritten der Brüder. Mit den Hofgütern waren das Rebgut Engelberg und der Mörigenberg (Métairie de Meurinque) in der Gemeinde Villeret verbunden. Weiterer Besitz in Mörigen stand andern Nidauer Dienstleuten, den Klöstern St. Johannsen und Gottstatt sowie Burgern von Bern zu. Damals führte das Aufkommen der Geldwirtschaft, aber auch der aufwendige Lebenswandel der Adligen, zur Verarmung zahlreicher Landedelleute. Von diesem Schicksal blieben auch die Edelknechte von Mörigen nicht verschont. Die überlieferten Schriftstücke zeigen nämlich auf, dass sie grosse Teile ihres Besitzes veräussern mussten. So verkauften 1346 Konrad und Johannes von Mörigen ihren Wald, genannt Mörigenwald, welcher an den Sutzwald anstösst und 66 Jucharten umfasste. Sie erhielten dafür 198 Dublonen.
1347 erwarb Graf Rudolf der IV. zu Nidau vom dritten Bruder, Edelknecht Burkhart von Mörigen, 80 Jucharten Wald, der oberhalb des Sutzwaldes gelegen war. Die Jucharte wurde um 3 Dublonen, zusammen also 240 Dublonen verkauft. |
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Am 8. Mai desselben Jahres verkauften die Edelknechte Konrad und Johannes von Mörigen eine Anzahl Leibeigene zu Schwadernau, Safnern, Aegerten, Studen und Biel an den Grafen von Nidau um 50 Dublonen. Von Schwadernau „Johans Rötlin, Ulrich sin Bruder, Johans Hubers Sun und Kilians Kint ze Safneron, Johans Trüli ze Studen, Johans Schnidern, Walter von Spernz und sin Muter, Wernhern Marners, Heinrich Dyeminum, Walter Buchlin und Hedinen Breminum ze Egerdon im Dorf, Agnesen Marnera Tochter ze Biello in der Stat, Hermans Luzifers Wip und ir Swester.“ Ebenfalls 1347 überliess Johannes von Mörigen seinem Bruder Konrad alle seine Güter und Lehen, namentlich die Zehnten von Bühl und Mörigen.
1348 veräusserte dann Konrad von Mörigen mit der Zustimmung seines Bruders Johannes und der des Grafen von Nidau Rudolf des IV. den Zehnten von Bühl an einen Niklaus Weiblen zu Hermrigen um 175 Dublonen. Graf Rudolf übertrug hierauf dem Käufer das aufgegebene Lehen von Bühl.
Im Mai des Jahres 1352 übergibt Konrad von Mörigen den grossen Zehnten, bestehend in Getreide, Heu, Gemüse und anderem mehr, seiner Gattin als Pfand für eine von ihr geliehene Geldsumme, 300 Gulden, unter der Zustimmung seines Herrn, Graf Rudolf IV. von Nidau. Im gleichen Jahr 1352 tritt ein Burkhart von Mörigen, Edelknecht, als Vogt zu Nidau auf. Burkhart von Mörigen dürfte bis 1356 Vogt zu Nidau gewesen sein. Dann wurde er durch einen Edelknecht Konrad von Aarberg abgelöst.
1356 sieht sich Chuntz (Konrad) von Mörigen veranlasst, die Lehenschaft über einen Teil der Reben im Banne Ligerz um 320 Gulden an Graf Rudolf von Nidau zu verkaufen. „Um grösseren Schaden ze wenden“ verkauft Edelknecht Konrad bald darauf auch noch sechs Schupposen, gelegen im Dorf und in der Dorfmarch zu Mörigen, für die Summe von 300 Dublonen. Dies war Eigenbesitz von Konrad gewesen und dürfte den grössten Teil seines Vermögens ausgemacht haben. Als Zins hatte jede Schuppose jährlich 1 Mütt Korn und 1 Mütt Hafer, 2 Stuffelhühner, 1Fastnachthuhn, 20 Eier und eine Dublone abgeworfen. |
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Die erwähnten Urkunden erlauben uns einen Blick ins Leben und die Geschäfte des Geschlechtes der Edelknechte von Mörigen. Als Dienstmannen der Grafen von Nidau unterhielten sie mit diesen zeitweise geradezu freundschaftliche Beziehungen. Wir treffen sie häufig im Gefolge der Grafen an, oftmals werden sie als Gesellschafter im Schloss zu Nidau geweilt haben. In zahlreichen Urkunden siegeln sie mit ihren Herren oder für sie. Die Ritterwürde erlangten sie allerdings nicht mehr. Nach der Eroberung Nidaus durch die Berner (1388) diente ein Burkhart von Mörigen dem Staate Bern. Er scheint um 1408 Bernischer Vogt in Nidau gewesen zu sein.
Mehrere Angehörige des Geschlechts finden wir als Geistliche oder in Klöstern. So war ein Heimo (Heinrich) zu Mörigen von 1389 bis 1418 Probst zu Wangen an der Aare. Dieser vergabte den Zehnten von Mörigen, den er ererbt hatte, an die emmentalische Abtei Trub, deren Conventsbruder er war. Den ihm gehörigen Teil von Reben und Hof zu Mörigen vergabte er 1414 an St. Johannsen. Etwas weniger wissen wir von den Frauen aus dem Geschlecht der Edelknechte von Mörigen. Wie das in jener Zeit üblich war, traten wohl |
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verschiedentlich die unverheirateten Töchter und Schwestern der Edelknechte in ein Kloster ein. Im Jahre 1297 sind im Kloster Fahr bei Zürich die beiden Schwestern Katharina und Margareta von Mörigen (de Moeringen) gestorben. Um die gleiche Zeit erwähnt das Jahrzeitbuch von Hitzkirch eine gewisse „Domina Elisabeth de Moeringen“. Eine Johanna von Mörigen erscheint 1383 als Aebtissin zu Fraubrunnen. Die Gattin des Konrad von Mörigen ihrerseits muss recht wohlhabend gewesen sein, konnte sie doch ihrem Ehemann 300 Gulden ausleihen. Im Verlaufe des 15. Jahrhunderts verliert sich zwar die Spur der Edelknechte von Mörigen. Das früher verwendete Ortswappen von Mörigen ist aber auf sie zurückzuführen. Es zeigt zwei im Profil von einander abgewandte Mohrenköpfe auf silbernem Grund. Manchmal erscheint auch nur ein einzelner Mohrenkopf. 1944 einigte man sich auf Anregung des damaligen Gemeindeschreibers Werner Bauder auf die Darstellung zweier gekreuzter Steinbeile auf blauem Grund. Dieses Emblem erinnert an die reichen Pfahlbaufunde, die den Namen Mörigen weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt gemacht haben. | |
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